Liebe Atomkraftgegner*innen und Energiewender*innen!
Heute erhaltet Ihr unseren ersten Newsletter des Jahres zu wichtigen energiepolitischen Themen sowie Infos zu Terminen.
Leitet unseren Newsletter in Euren Zusammenhängen weiter, Flyer können gerne kostenlos bei uns per Email angefordert werden.
Themen in unserem heutigen Newsletter:
- aktuelle Termine
- Energie-Pläne von Ministerin Reiche
- EU-Taxonomie und neue Atomkraftwerke in Europa
Liebe Atomkraftgegner*innen, liebe Energiewender*innen,
das Jahr 2026 ist auch ein „Atom-Jahr“. Warum?
In diesem Jahr sind der 15. Jahrestag von Fukushima und der 40. Jahrestag des Super-GAUs von Tschernobyl.
Das Bundesamt BASE will in diesem Jahr die konkretisierten Planungen mit Regionen für die sogenannte tiefengeologische Endlagersuche für den hochradioaktiven Atommüll vorstellen.
Und die seit 2023 geltende unerträgliche EU-Taxonomie, mit der Atom und Gas zu „nachhaltigen Energien“ erklärt wurden, wird in diesem Jahr dazu führen, dass erste Subventionen für neue Atomkraftwerkspläne in der EU fließen sollen.
Wir haben zu wichtigen Themen des „Atomjahres 2026“ eine Info-Postkarte gemacht, diese könnt Ihr herunterladen oder auch bei uns bestellen:
https://neckarwestheim.antiatom.net/artikel/1663-atomkraft-unendliche-gefahren
Aktuelle Termine
- Fukushima Kundgebung am AKW-Neckarwestheim:
Am 11.03.26 ist der 15. Jahrestag der Reaktorkatastrophe Fukushima.
Unter dem Motto: Fukushima – 15 Jahre Strahlung außer Kontrolle
findet am Mittwoch, den 11. März um 19 Uhr eine Kundgebung vor dem Tor 1
am Atomkraftwerk Neckarwestheim statt.
Bei der Kundgebung wird es 3 Redebeiträge zu Fukushima, dem aktuellen Stand der Energiewende und dem Umgang mit Atommüll geben. Die die Kundgebung unterstützende Musik kommt von „Hippie Television“ aus Ludwigsburg.
An unserem Infotisch Bücher und Flyer zu energiepolitische Themen. Herzliche Einladung!
Infos und Flyer zur Kundgebung unter: https//neckarwestheim.antiatom.net
Fukushima Infos: https//neckarwestheim.antiatom.net/fukushima15/
- IPPNW-Tagung in Stuttgart
Zum Fukushima-Jahrestag lädt die IPPNW am Samstag, dem 7. März 2026, in Stuttgart zu einer Tagung ein mit dem Titel: "15 Jahre Fukushima – 40 Jahre Tschernobyl, Atomgefahren und Gesundheitsrisiken: damals – heute – morgen".
Die Tagung findet im Bürgerzentrum Stuttgart-West in Präsenz (von 11.00 -17.00 Uhr) statt.
Sie widmet sich den bis heute anhaltenden, teils verheerenden Folgen der beiden größten Atomunfälle der Geschichte und wirft einen kritischen Blick auf ausgewählte Gegenwarts- und Zukunftsthemen der Atomenergie.
Das Programm umfasst Vorträge von Expert*innen, Berichte mit Stimmen und Eindrücken aus den von den Reaktorkatastrophen betroffenen Regionen, fundierte Informationen zu gesundheitlichen Folgen und Analysen aktueller Atomrisiken. Abschließend wird es Gelegenheit zu weiterem Austausch und zur Vernetzung geben.
Das Programm und die Anmeldung sind hier: https://www.ippnw.de/atomenergie/tagung.html
Energie-Pläne von Ministerin Reiche
Von Wirtschaftsministerin Frau Reiche wurde ein 10 Punkteplan zu ihren Energieplänen vorgelegt und es gibt einen Referentenentwurf zu Änderungen im Energiewirtschaftsgesetz.
Danach soll der weitere Ausbau der Erneuerbaren an neue Bedingungen geknüpft werden. Diese haben nur ein Ziel:
die weitere dezentrale Energiewende zu Gunsten der Fossilen mit ihren Plänen für neue Gaskraftwerke abzuwürgen.
Hatte die bisherige EON-Managerin unmittelbar nach ihrer Ernennung zur Ministerin unter anderem schon angekündigt, dass es zukünftig keine Einspeisevergütung mehr für Photovoltaik auf Dächern geben soll und dass sich die Erneuerbaren verstärkt am Ausbau der Übertragungsnetze beteiligen sollen, so wird es jetzt noch konkreter.
Unter den Schlagworten „Kostensenkungen“ und „die Erneuerbaren sollen auch eine „Systemverantwortung“ übernehmen“ greift sie die Grundprinzipien der Energiewende an. Sie stellt die vereinbarten CO² Einsparungen zum Erreichen der Klimaziele bis 2035 und 2045 in Frage. Und sie will mit ihren Maßnahmen die verbliebenen zentralen Strukturen und Besitzverhältnisse der Konzerne absichern.
Die erfolgreich durchgestartete Energiewende hat jedoch dezentrale Erzeugungs- Verteil- und Besitzverhältnisse.
- So sollen die vier großen Übertragungs-Netzbetreiber (50 Hertz, Transnet BW, Tennet, Amprion) die Möglichkeit erhalten, neue Energiewende-Anlagen aus „Netzgründen“ ablehnen zu können. Außerdem soll von ihnen bei einer Abregulierung von Windrädern kein Ausgleich mehr bezahlt werden müssen.
- Die vier haben im Dezember 2025 ihre sog. „notwendigen Ausbaupläne“ für die Hochspannungsnetze bis 2037 vorgelegt. Statt dezentrale Strukturen wollen sie bis dahin 280 Milliarden in neue Übertragungsnetze investieren, bezahlt von den Verbraucher*innen!
Die Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energien, Frau Ursula Heinen-Esser, sagte in der Süddeutschen Zeitung vom 10.02.26 zu diesen Plänen von Frau Reiche: „Der jetzige Vorschlag wird den Ausbau der Erneuerbaren abwürgen. Er ist Gift für dringend benötigte Investitionen.“
Für das Gelingen der weiteren Energiewende müssen Wind und Photovoltaik-Anlagen ohne bürokratische Hindernisse wie die Zwangsausschreibungen mit einer kostendeckenden Vergütung genehmigt werden. Statt weiterer bundesweiter Hochspannungsleitungen muss ein massiver Ausbau der Anlagen in den süddeutschen Bundesländern erfolgen. Und der Schlüssel zum Erfolg sind bundesweite regionale und überregionale Speicherlösungen, eingebunden in die Verteilnetze.
EU-Taxonomie und neue Atomkraftwerke in Europa
Seit 2023 gibt es die neue EU-Taxonomie, durch die Atom und Gas ein grünes Label erhalten haben und als „nachhaltige Energien“ eingestuft wurden. Frankreich und vor allem osteuropäische Länder wollten unbedingt „Atom“ und vor allem die Bundesrepublik „Gas“ im Paket haben. Atombefürworter Frankreich möchte mit Fördergeldern nicht nur neue AKWs bauen, sondern die 57 überalterten AKWs mit weiteren Laufzeitverlängerungen versehen. Frankreich benötigt die AKWs für seine militärischen Zwecke zur Urananreicherung und zur Gewinnung von Plutonium.
Die Osteuropäer wie Polen haben die Atompläne seit Jahrzehnten, konnten sie jedoch finanziell nie wie gewünscht realisieren. Nun baut Polen zusammen mit Westinghaus sein erstes AKW, geplante Kosten sind 30 Milliarden Euro. Die EU hat Ende letzten Jahres zugestimmt, dass es Subventionen von einem Drittel der Baukosten geben kann. Auch Tschechien, Bulgarien und Rumänien wollen ihre Uraltpläne mit Neubauten realisieren, wenn es Subventionen gibt. Und die Möglichkeit zur Atombombe ist bei allen eine Option im Hintergrund.
Macron hat angekündigt, bis zu 14 neue AKWs bauen zu wollen. Allerdings gab und gibt es mit den EPR-Projekten in Flamanville und Hinkley Point große technische, sicherheitsrelevante Probleme. Einen baufähigen geplanten neuen EPR gibt es noch gar nicht. Und EDF als Atomkonzern ist mit 60 Mrd. Euro verschuldet, deshalb benötigt er dringend viele Milliarden Subventionen aus Fördertöpfen. Ankündigungen sind das Eine, der tatsächliche Bau dann etwas ganz Anderes. Die europäischen Laufzeitverlängerungen für die AKWs von 50 - 60 Jahren sind ein unverantwortliches Sicherheitsrisiko von der Schweiz, über Frankreich bis nach England.
Hier findet Ihr unseren Flyer zur EU-Taxonomie: https://neckarwestheim.antiatom.net/eu-taxonomie
Beste Anti-Atom- und Energiewende-Grüße
vom Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim








